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  Oberstdorfer Geschichte / Zeitleiste    
 

Die Ritterzeit im Oberallgäu

Vor mehr als tausend Jahren übernahmen Ritter den Schutz der Bauern. Sie betreuten die Fliehburg in der Nähe des Ortes und sorgten dafür , dass sie im Notfall in Ordnung war. Wenn der Kaiser "Reiter" brauchte, mussten sie für die Bauern in den Krieg ziehen. Dafür mussten die Bauern ihnen Abgaben (den "Zehnten") zahlen und ihnen bei der Arbeit ("Frondienst") helfen. Damals hatte fast jeder kleine Ort seinen eigenen Ritter und auch seine eigene Fliehburg. Die "Schöllanger Burg" ist ein Beispiel dafür. Im Laufe von einigen Jahrhunderten zwangen die Ritter aber die freien Bauern in die "Leibeigenschaft" und erpressten immer mehr Geld und Arbeit von ihren Untertanen.

Wappen der Ritter zu Heimenhofen Im 14. Jahrhundert herrschten die Herren von Rettenberg über unser Gebiet. Als im Jahre 1351 die Rettenberger ausstarben, verkauften ihre Erben das obere Allgäu mit all seinen Menschen an die Ritter zu Heimenhofen, deren Wappen - siehe links - im 19. Jahrhundert vom Markt Oberstdorf übernommen wurde. Die Brüder Heimenhofen hatten als "Landsknechte" in Italien viel Geld verdient und wollten sich jetzt auf der Burg zu Burgberg zur Ruhe setzten.
1361 zogen sie dann aber nach Berghofen und ließen sich eine neue und schönere Burg bauen, die Burg Fluhenstein. Die Burg bestand aus 4 Stockwerken mit mehr als 20 Wohnräumen. Der herrliche Bau war gegen Feinde durch starke Mauern mit Schießscharten, Gräben, eine Fallbrücke und durch ein doppeltes Eingangstor gesichert.
Anfang des 15. Jahrhunderts baute der Ritter Hans von Heimenhofen auch in Oberstdorf eine kleine Burg, die er aber schon bald wieder aufgeben musste. Noch heute heißt diese Stelle "Burgstall". Die Heimenhofer gaben jedoch, wie viele andere Ritter zu ihrer Zeit, mehr Geld aus, als sie von ihren Bauern erpressen konnten. Deshalb mussten sie nach und nach ihren Besitz und ihre Leibeigenen verkaufen. 1477 erwarb der Bischof von Augsburg die Burg Fluhenstein und war von da an der alleinige Herr über Oberstdorf und das obere Allgäu rechts der Iller.
In Tiefenbach , links der Iller, herrschten ab 1499 die Grafen von Montfort und später ihre Nachfolger die Grafen von Königsegg, die Burgen in Immenstadt ( Rothenfels und Hugofels ) besaßen.
 
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