| Beschreibung und Lage: |
Der Bergkamm, der das Hochtal, in dem der Faltenbach entspringt, vom Oytal scheidet, heißt Schattenberggrat. Der Schattenberggipfel (1692 m) ist ein eigentlich angenommener Punkt im Westen dieses Grates, von dem man einen guten Blick auf Oberstdorf besitzt und auf dem das Gipfelkreuz steht.
Die Südseite gegen das Oytal wurde ehemals als Ochsen- (Ochsenhof, Ochensgeren) und Schafweide (Schäfhof) genutzt. Alle Plätze, die zu steil oder zu klein zur Beweidung waren, wurden zur Heugewinnung (Turmwächterhoibat, Vögelesgeren, Vögelsschwänd, im Hals, Grasruben, Häselesgere, Schergenhoibat u.v.m) herangezogen. Das nordwestlich unter dem Gipfel gelegene Waldgebiet wird Dickach genannt und konnte nur zur das nur Brennholz- und Borzengewinnung genutzt werden. Laut Reiser sollen hier früher Wilde Mändle gehaust haben. |

Am Schattenberggrat |
Wenn man den Grat weiterverfolgt, ist der nächste Gipfel das über dem Seealpsee liegende Seeköpfle (1920 m), unter dem südlich der kleine Zacken des Seezahns herausragt. Die nach Osten hin nächste Rinne, die von der Vorderen Seealpe zum Grat herufzieht, wird Fischerrinne genannt. Früher gab es hier einen Steig der von der Vorderen zur Hinteren Seealpe hinüberführte und vom Fischer am Seealpsee benutzt wurde. Ansonsten ist fast die gesamte Nordseite abweisend steil, gefährlich und weglos.
Die nächsten beiden Gipfelpunkte, die bei 1930 m und 1940 m überhalb des Seealpsees liegen, heißen Hüttenkopf. Im Osten endet der Grat am Zeiger (1994 m). Im letzten Sattel vor dem Zeiger führt der Weg von der Bergstation der Nebelhornbahn hinüber zum Seealpsee. |
| Herkunft des Namens |
| Der Name Schattenberg entstand laut Steiner nicht deshalb, weil dieses Massiv den Ort Oberstdorf am Morgen jeweils beschattet. Ursprünglich bezeichnete er nur das Gebiet auf der norwestlichen Schattenseite des Berges gegen die Seealpe und den Kienberg hin. Erst später wurde der Namen für den gesamten Berg benutzt. |
| Literatur: |
Flurnamen, Steiner, S. 295
Alpenvereinskarte von 1906
Alpenvereinsführer, Groth, S. 231
Bergnamen, Steiner, S. 179f |
|
|
| Erschließung: |
Von Oberstdorf führt ein Steig auf den Gipfel. Er beginnt in der großen Wiese oberhalb des Kühberges, hinter den Schattenbergschanzen bei der einzigen einzelstehenden Baumgruppe. Von hier zieht er zuerst leicht ansteigend in Richtung Süden ins Oytal hinein, knickt dann jedoch scharf nach links ab und steigt nun durch einen Fichtenwald steil empor. Am sogenannten Funkensatz hat man einen schönen Blick auf Oberstdorf. Nach diesem Aussichtspunkt verlässt man bald die Baumregion und der Weg führt durch ein Latschenfeld weiter zum Gipfelkreuz hinauf.
Von hier aus kann man auf einem Steiglein weiter bis zum Zeiger gelangen. Der unmarkierte Pfad, der sich dazu auch häufig verliert, befindet sich meist etwas südlich des Grates und ist hin und wieder leicht ausgesetzt. Deshalb ist diese weiterführende Tour nur sehr geübten, ortkundigen Bersteigern zu empfehlen. Vorsicht ist auch auf den nach Süden liegenden, steilen Wiesen geboten, denn nicht selten triftt man hier auf die Kreuzotter oder deren schwarze Abart, die Höllotter. |
|
Der Schattenberggipfel am 6.1.1984 |
|
Stand:
08.03.2009
|
|