oberstdorf online führer
  
  Unsere Berge / Oberstdorfer Alpen    
 

Heimatmuseum Oberstdorf

Oberstdorf online GbR

Hotel Filser

See-Alpe (Oberstdorf)

Alpe/Alphütte Höhe Weideflächen Anmerkung
Vordere See-Alpe 1275 m 1250 2000 m Gasthof
Hintere See-Alpe   1460 - 2000 m  
Hof (Hofhütte) 1470 m (1328 m) Galt
Gaißalp 1892 m Galt
See (Seehütte) 1742 m (1771 m) Galt
Großer Gund 1765 m Galt
Kleiner Gund 1711 m   verfallen
Beschreibung und Geschichte:
Die See-Alpe liegt oberhalb des Faltenbachtobels im Faltenbachtal und erstreckt sich weiter über das Gebiet an der Bergstation der Nebelhornbahn bis zu den schönen Weideböden am Seealpsee. Dieser See war offenbar namengebend für die Alpe und erhielt seinerseits wieder von der Alpe seinen Namen. Vielleicht darf daraus geschlossen werden, dass hier über der Waldgrenze das Kerngebiet der alten Alpe lag.
1891 wurde die Alpe vom Prinzregenten Luitpold erworben. Heute ist die gesamte Alpe im Besitz der Nebelhornbahn.
Früher wurde die Alpe über den Seealper Stieg erschlossen. Er verlief vom Nord-Ende des Dummelsmoos quer über den ganzen Berghang von Breitenbären empor, bis er das Hochtal des Faltenbaches erreicht hat. Noch heute ist er als geröllerfüllter Viehtrieb, teilweise heckenumgeben und anderwärts wie ein Hohlweg eingeschnitten, gut kenntlich. Dieser Weg macht deutlich, dass diese Alpe schon erschlossen war, bevor es Oberstdorf überhaupt gab. Oberstdorfer, des Gemeindegebietes von vor 1972, hatten auch an der Seealpe, soweit Quellen vorliegen, keinen nennenswerten Weidebesitz. Noch heute wird das Vieh auf den Schöllanger Viehscheid abgetrieben.
Für eine frühe Erschließung des Alpgebietes spricht auch der erwähnenswert Fund einer Kuhglocke auf der Seealpe, die aus römischer Zeit stammen soll und somit das hohe Alter unserer Alpen belegen könnte.
Die hintere Seealpe umfasste das hochgelegene Gebiet samt dem Talschluß des Faltenbachtales, wo die kleine Hofhütte steht. Weiter gehört zu ihr die sogenannte Geißalphütte nahe der Bergstation der Nebelhornbahn und die Hütte nördlich des Seealpsees. Eine Hütte steht im Großen Gund und eine weitere stand früher im Kleinen Gund (1711 m). Im Jahr 1970 wurde das Weidegebiet der vorderen in das der hinteren Seealpe eingegliedert. Seit Mitte der 60ger Jahre wird die Alpe von Familie Rothmayr bewirtschaftet und ca 230 Stück Jungvieh werden heute gesömmert. Zur Zeit nutzt man nur die Hofhütte und die Seehütte alpwirtschaftlich. Dort gibt es je nach Bewirtungszeit* deftige Brotzeiten mit selbstgemachter Butter und frischer Milch.
* Hofhütte von Anfang Juni bis Mitte Juli
* Bewirtung am Seealpsee von Mitte Juli bis ca. Mitte Oktober
Die Vordere Seealpe soll erst 1851 in eine Sennalpe umgewandelt worden sein. Ihre Haupthütte lag bei der Mittelstation der Nebelhornbahn in 1282 m Höhe. Im Jahre 1914 wurde diese durch eine Lawine total zerstört und weiter südlich wieder neu erbaut. Seit 1970 wird sie nur noch als Berggasthof genutzt und ist ganzjährig bewirtschaftet. Neben des Berggasthofes Seealpe befindet sich seit 1930 die Mittelstation der Nebelhornbahn.
Auf- und Abstieg:
Die Nebelhornbahn erschließt bequem das gesamte Alpgebiet. Von der Bergstation fürt ein einfacher Weg hinüber zum wunderschönen Seealpsee. Der Abstieg ins Oytal setzt jedoch Bergerfahrung und gute Kondition voraus.
Die Vordere Seealpe kann mit dem Montainbike über eine geteerte Straße erreicht werden.
Anmerkungen:
- Informationen zum Teil per Email von Alfred Rothmayr (2009)
- Historische Bilder aus dem Bestand des Heimatmuseums
Weitere Links:

Berge: Nebelhorn
Berggasthof: Seealpe
Bergbahn: Nebelhornbahn
Naturschönheiten: Seealpsee
Radtour: Seealpe
Geschichte: Die Alpwirtschaft - ein geschichtlicher Rückblick

Alternative Schreibweisen
Seealpe, See Alpe
Literatur:
Siehe Leitseite "Alpen"
Bauen am Berg, Stankowski, S. 238f
Flurnamen, Steiner, S. 328
Oberstdorfer Geschichte IV, S. 254 ff
Lageplan des vom Verein der ehemailgen Rechtler ... erworbenen Heylschen Grundbesitzes
Stand: 22.06.2009
Hofhütte der Hinteren Seealpe
Hofhütte der Hinteren Seealpe

Die Hütte am Seealpsee stand vor 1913 noch auf 1742 m unterhalb des Hüttenkopfes

1913 wurde sie auf die gegenüberliegende Seite des Baches verlegt und befindet sich heute am Wanderweg, der über den Seealpsee
hinab (Gleitweg) ins Oytal führt.
Vordere Seealpe vor 1914
Vordere Seealpe vor 1914
Ausschnitt aus der Schrattkarte (Süden oben!)
Schratt-Karte Oytal-Nord
 
Verbesserungsvorschläge und weitere Artikel für diesen Online-Führer werden gerne entgegengenommen! Alle Angaben auf diesen Seiten "ohne Gewähr"!   Alex Rößle